Prosa

Warum schreibst du nicht Geschichten?
Kannst du nur Gedichte dichten?
Ich denk, es tut der Seele gut,
Wenn sich's hinten reimen tut.

...

Doch weil mir einmal so war,
Versuchte ich auch Prosa.

Leben Sie lange und gesund Ein göttlicher Dialog
Ein Platz für Heise Der Serverflüsterer
Bedienungsanleitung Hundert Jahre später
In 20 Tagen zum Schufa Top-Score Wir sind die Erben der Urheber!
Die Geschäftsleitung gibt bekannt:
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Leben Sie lange und gesund

HelpDesk (17. April 2005)

Er las den Brief ein zweites Mal.
„Sehr geehrter Herr Knickohr,
wie uns vom Amt für Renten-, Gesundheits- und Sozialbeiträge (ARGuS)
mitgeteilt wurde, haben Sie im vergangen Jahr zu über 90%
Nahrungsmittel der Klasse 1 (sehr gesund) konsumiert. Nach §4 Absatz
1. und 2. des Gesetzes zu Erlangung der Beitragsgerechtigkeit (GBG)
steht Ihnen daher eine Senkung Ihres Gesundheitskassenbeitrags von
3,2 von Hundert zu.
Leben Sie lange und gesund
Ihre GK“

Er feixte. Nicht, dass er erwartet hätte, diesen Brief nicht zu
erhalten. Aber immer wenn er als Herr Knickohr angesprochen wurde,
huschte ein breites Grinsen über sein Gesicht.

Wie lange war das her? Fünfundzwanzig, nein, dreißig Jahre. Knickohr
war sein bester Kumpel gewesen, ein aufgeweckter Terrier, den Sie
verletzt am Straßenrand gefunden hatten. Der kleine Kerl hatte sich
schnell erholt, nur sein abgeknicktes rechtes Ohr zeugte noch von
seinem Unfall. Nach tagelangem Bitten und Flehen hatte ihm sein Vater
erlaubt, den Hund zu behalten. Er liebte Tiere. Knickohr, sein
Kanarienvogel Gelbschnabel und er waren die dicksten Freunde gewesen.

Er dachte an seine Kindheit zurück. Als sich seine Schulkameraden nur
für die Fußball WM im eigenen Land interessierten und sich beim
Fußball spielen stritten wer Ronaldinho, wer Ronaldo und wer Beckham
sein durfte, saß er lieber mit Knickohr auf seinem Schoß und
Gelbschnabel auf der Schulter bei seinem Vater am Computer und fragte
ihm Löcher in den Bauch.
„Was machst du am Computer?“ - „Arbeiten“
„Was arbeitest du?“ -. „Ich schreibe ein Programm.“
„Was für ein Programm?“ - „Es ist für die Fußball-WM.“
„Wieso schreibst du ein Programm für die Fußball-WM?“ - „Damit ich
Geld verdiene und wir was zu Essen haben?“
„Wie funktioniert das Programm?“ .-. „Das verstehst du nicht!“

Sein Vater konnte nicht wissen, dass er mit seinen dreizehn Jahren
sehr wohl verstand wie das Programm funktionierte. Im Gegenteil, er
wusste sogar genau an welcher Funktion er im Moment programmierte,
und dass er gerade dabei war einen Fehler zu machen. Für einen kurzen
Augenblick überlegte er, seinen Vater darauf aufmerksam zu machen.
Aber dann fiel ihm ein, dass ihm sein Vater strengstens verboten
hatte, seinen Computer zu benutzen. Seit er vor zwei Jahren den
ausrangierten Rechner seines Vaters bekommen hatte, hatte er sich
auch daran gehalten. Aber er war sich nicht sicher, ob das Verbot
seines Vaters nicht auch für eine Netzverbindung zu seinem Rechner
galt.

Das war sein erster Hack gewesen. Zum ersten Mal auf einem Server der
Regierung hatte er sich dann mit achtzehn herumgetrieben, als er sich
vor der Bundeswehr drücken wollte. Es war lächerlich einfach gewesen.

Die Firma, bei der sein Vater gearbeitet hatte, betrieb inzwischen
alle Server der Regierung. Dies war im Gesetz zur Bedarfsgerechten
Leistungserbringung im öffentlichen Dienst (BLÖD) beschlossen worden.
Privatisierung hoheitleicher Aufgaben nannte man das. Und Herr
Knickohr war ihr Angestellter und verdiente gutes Geld, obwohl ihn
noch nie jemand zu Gesicht bekommen hatte. Er fragte sich, wieso die
Menschen Computern mehr vertrauten, als ihren eigenen Augen.

Aber er hatte jetzt keine Lust zu philosophieren. Er hatte Hunger. Er
biss genussvoll in seinem Hamburger. Den hatte Herr Gelbschnabel
bestellt. Herr Gelbschnabel war ein Ein-Euro-Jobber, der nicht sehr
auf seine Gesundheit achtete.

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Ein göttlicher Dialog

HelpDesk (28. April 2005)

Einstein: Hey, Alter!
Gott: Ja?
Einstein: Kannst du mir die allumfassende Formel sagen?
Gott: Bin ich ein Physiker?
Einstein: Aber du hast doch alles geschaffen und ...
Gott: Hör mal, das ist lange her.
Einstein: ???
Gott: Naja, ich hab's vergessen.
Einstein: Vergessen?
Gott: Ich hatte die Welt geschaffen und die Formel vergessen. Dann
schuf ich euch Menschen, damit ihr es für mich herausfindet. Du
hättest es ja beinahe geschafft.
Einstein: Aber nur beinahe, und jetzt?
Gott: Jetzt muss ich weiter warten.
Einstein (grübelt): Wenn du es nicht vergessen hättest, hättest du
die Menschen nicht schaffen müssen ...
Gott: Hmm, ...
Einstein: ... und wenn ich die Formel gefunden hätte, bräuchtest du
die Menschen nicht mehr ...
Gott: Hmm, ...
Einstein: ... und du hättest uns vernichtet.
Gott: Nein, das hättet ihr schon selbst gemacht!

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Ein Platz für Heise

HelpDesk (3. Mai 2005)

Heute sehen sie in unserer Reihe bedrohte Tierwelt:

Das Heise

Das Heise ernährt sich von den Klicks der poussierlichen Trolle.
Eine gern genommene Ergänzung zur täglichen Trollration stellen die
Klicks von Schlaumeiern, Besserwissern und Klugscheißern dar.

Ein besonderes Festmahl für das Heise sind die sogenannte Grünposts.
Allerdings muss das Heise oft lange Streifzüge durch sein Revier
unternehmen, um diese äußerst nahrhaften Leckerbissen zu finden.

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Der Serverflüsterer

HelpDesk (15. Dezember 2005)

„Schmeiß die erste Seite raus, wir haben den Knüller! - Ja, mit
Fotos. Der Tipp war goldrichtig. – Bitte? - Ja, der auch! Unglaublich
oder? – Wie ich gesagt habe, goldrichtig! Und sag dem Ketzer, er soll
den Artikel schreiben, der kann dass am besten. - Genau, 10.000, wie
immer. – Danke, dir auch einen schönen Tag. – Da hast du recht, in
Berlin werden den einige nicht haben. – Na, dann leg dich wieder
hin!“
Grimmig lächelnd legte der Chefredakteur den Telefonhörer auf die
Gabel zurück. Er sah schon die Schlagzeile vor sich:
„Schwarz-Rot-Rotlicht - Die große Kopulation.“ Die Auflage für die
nächsten Wochen war gesichert. Er fragte sich nur, wie sein Informant
das immer machte. Nun ja, geldgierig war er jedenfalls nicht. 10.000!
Ein Witz!

Er öffnete den Umschlag und nahm das Bündel heraus. Zufrieden ein
Liedchen vor sich hin trällernd, begann er zu zählen. „Money makes
the - 500, 1000 - world go around, the world go around, the world go
– 2500, 3000 – around. Money makes the world go around, it – 5500,
6000, 6500 – makes the world go round. A mark, a buck, a yen or –
8500 – a pound, a yen or a pound, a yen or – 9500, 10000.” Perfekt!
Schon der dritte Umschlag in diesem Monat. und für die nächsten zwei
hatte er die Daten schon beisammen. Er liebte es, immer etwas in
petto zu haben.
Bald war es soweit. „Neuseeland, ich komme!“, dachte er in freudiger
Erwartung. Dort zu leben war als kleiner Junge schon sein Traum
gewesen. Er hatte sogar das ungeliebte Studienfach Informatik
gewählt, weil er gelesen hatte, dass Computerspezialisten „down
under“ gefragte Leute wären. Diese Wahl hatte sich als Glücksfall
erwiesen. Anscheinend hatte ihn der liebe Gott mit reichlich Talent
auf diesem Gebiet beschenkt. Leute, die ihn kannten, nannten ihn ein
Computergenie. Leute die gerne wissen würden, wer er denn sei,
nannten ihn einen Hacker. Für sich selbst zog er nicht ohne Humor die
Bezeichnung Serverflüsterer vor.
Er goss sich ein Glas Rotwein ein und prostete einem imaginären
Trinkbruder zu: „Wohl bekomms! Auf die TK Vorratsdatenspeicherung und
auf Chauffeure die Handys benutzen!“

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Bedienungsanleitung

HelpDesk (24. August 2010)

Herzlichen Glückwunsch zum Kauf ihres neuen iCrap. Sie haben ein
äußerst innovatives Gerät in ansprechendem Design erworben, dass
Ihnen sowohl den größtmöglichen Komfort bietet, als auch den höchsten
Sicherheitsansprüchen gerecht wird.

1. Installationshinweise:

1.1 Aufladen des iCrap
Stecken Sie das Ladegerät in Ihre Steckdose und lasen Sie Ihren iCrap
mindestens 16 Stunden angeschlossen.

SICHERHEITSHINWEIS: Um Ihren iCrap sicher aufladen zu können, müssen
Sie Kunde eines von Apple Inc. zertifizierten Energieunternehmens
sein oder einen iCrap-Power-Adapter benutzen, der zum Preis von 99,99
Euro im Fachhandel erhältlich ist. Die Liste der von Apple Inc.
zertifizierten Energieunternehmen finden Sie unter
www.apple.com/currentcrap (14 Cent/Klick). Wir bitten um Ihr
Verständnis, dass bei unautorisierter Aufladung die Garantie Ihres
iCrap erlischt.

2. Aktivieren Ihres iCrap

2.1 Verbinden mit Ihrem PC
Schalten Sie ihren Apple Computer ein und aktivieren Sie AUWEIA
(APPLE Unique Wireless Epoch Interface App). Sollten Sie nicht im
Besitz eines Apple Computers sein, können Sie AUWEIA für Windows
unter ww.apple.com/auweiacrap (14 Cent/MB) herunterladen. Bitte
beachten Sie, dass Sie auf Ihrer Festplatte dazu mindestens 80 GB
freien Speicherplatz benötigen.
SICHERHEITSHINWEIS: Um Ihren iCrap sicher aktivieren zu können,
müssen Sie AUWEIA benutzen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass bei
unautorisierter Aktivierung die Garantie Ihres iCrap erlischt.

2.2 Eingeben der persönlichen Daten
- Rufen Sie AUWEIA auf
- Schalten Sie Ihren iCrap ein
- Warten Sie bis die Aufschrift “AUWEIA” auf ihrem Bildschirm
erscheint.
- Aktivieren Sie das Kästchen Datenschutzerklärung

RECHTLICHER HINWEIS: Apple Inc. versichert, dass die Verwendung
und/oder Weitergabe Ihrer persönlichen Daten ausschließlich zum
eigenen Nutzen von Apple Inc. erfolgt.

SICHERHEITSHINWEIS: Um Ihren iCrap sicher benutzen zu können, müssen
Sie die Datenschutzerklärung abgeben. Wir bitten um Ihr Verständnis,
dass ohne die Abgabe der Datenschutzerklärung die Garantie Ihres
iCrap erlischt.

- Geben Sie Ihren Namen, Vornamen, Adresse, Telefonnummer, e-Mail
Adresse, Kontonummer, Bankleitzahl, Arbeitgeber und ihr monatliches
Gehalt in die dafür vorgesehenen Felder am Formular Ihres PC ein.

HINWEIS: Sollten Sie ihren iCrap mit einer Kreditkarte eines von
Apple Inc. zertifizierten Kreditkartenunternehmens bezahlt haben,
sind die Felder schon ausgefüllt.

- Überprüfen Sie die Daten und klicken sie auf OK.

2.3. Feststellen Ihres Standortes
- Berühren Sie das Globus-Icon auf dem Bildschirm Ihres iCrap.
- Warten Sie bis die Aufschrift “GOTCHA!” im Display erscheint.

SICHERHEITSHINWEIS: Sie müssen sich im Umkreis von 10m von Ihrem
Apple Computer befinden. Sollten keinen Apple Computer besitzen
benötigen Sie einen Icrap-Geodata-Adapter, der zum Preis von 99,99
Euro im Fachhandel erhältlich ist. Wir bitten um Ihr Verständnis,
dass ohne die Angabe Ihres Standortes zum Zeitpunkt der Installation
die Garantie Ihres iCrap erlischt.

2.4. Feststellen Ihrer Herzfrequenz
- Setzen Sie sich und bleiben 5 Minuten ruhig sitzen.
- Atmen Sie 4-5 mal langsam, tief und gleichmäßig durch.
- Drücken Sie mit Ihrem Daumen leicht auf das Herz-Icon Ihre iCrap.
- Warten Sie bis die Aufschrift “CONGRATULATIONS! You've got the
world's greates player ever be installed.“ auf dem Bildschirm
erscheint.

HINWEIS: Sollte die Aufschrift nach fünf Minuten noch nicht
erschienen sein, raten wir Ihnen dringend einen Kardiologen
aufzusuchen.

SICHERHEITSHINWEIS: Wir bitten um Ihr Verständnis, dass ohne die
Aufzeichnung Ihrer Herzfrequenz zum Zeitpunkt der Installation die
Garantie Ihres iCrap erlischt.

3. Troubleshooting
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Symptom: Der iCrap lässt sich nicht benutzen, das Display zeigt DSV
und ein Tabellen-Icon.

Grund: Die Daten auf Ihrer Kreditkarte stimmen nicht mit den Daten
Ihres iCrap überein (Data Security Violation).

Möglich Ursachen:
- Sie haben Ihren Wohnort, Ihren Kreditkartenanbieter / Ihre Bank /
Ihren Arbeitgeber gewechselt.
- Sie haben eine Gehaltserhöhung bekommen.
- Sie haben nach der Scheidung Ihren Geburtsnamen wieder angenommen.

Abhilfen:
- Ziehen Sie in Ihre alte Wohnung / wechseln Sie zu Ihrem alten
Kreditkartenanbieter / ihrer alten Bank zurück / bitten Sie Ihren
alten Chef die Kündigung zurückzumehmen.
- Bitten Sie Ihren Chef, die Gehaltserhöhung zurückzunehmen.
- Bitte sie Ihren Ex-Mann / Ihre Ex-Frau sie nochmals zu heiraten.
Oder:
- Starten Sie die Data-Update-App, die zum Preis von 99,99 Euro pro
Update in Ihrem App-Store erhältlich ist.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Symptom: Der iCrap lässt sich nicht benutzen, das Display zeigt GDV
und ein Globus-Icon.

Grund: Sie befinden sich außerhalb der Staatsgrenzen des Landes,
indem ihr iCrap aktiviert wurde(Geo Data Violation).

Mögliche Ursachen:
- Sie sind im Urlaub.
- Sie sind auf Geschäftsreise im Ausland.
- Sie haben einen Auslandseinsatz bei der Bundeswehr.

Abhilfen:
- Brechen Sie Ihren Urlaub ab.
- Bitten Sie Ihren Chef, die Geschäftsreise abbrechen zu dürfen.
- Bitten Sie Ihren Vorgesetzten, das Land zu erobern zu dürfen.
Oder:
Starten Sie die Geo-Country-App, die zum Preis von 99,99 Euro pro
Land in Ihrem App-Store erhältlich ist.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Symptom: Der iCrap lässt sich nicht benutzen, das Display zeigt HBF
und ein leuchtend rotes Herz-Icon.

Grund: Ihr Herz schlägt zu schnell (Heart Beat Fast).

Mögliche Ursachen:
- Sie hören Musik beim Joggen
- Sie rauchen zu viel und/oder trinken zu viel Kaffee
- Sie hatten gerade Sex.

Abhilfen:
- Setzen Sie sich hin und atmen tief durch.
- Hören Sie auf zu rauchen und/oder trinken Sie einen Kamillentee.
- Denken Sie an tote Fische.
Oder:
- Starten Sie die Heartbeat-Threshhold-App, die zum Preis von 99,99
Euro pro 10 Schläge in der Minute in Ihrem App-Store erhältlich ist.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Symptom: Der iCrap lässt sich nicht benutzen, das Display zeigt RIP
und ein Kreuz-Icon.

Grund: Ihr Herz schlägt nicht mehr.

Mögliche Ursachen:
- Sie sind tot.

Abhilfen:
- Keine

Daher:
- Erwerben sie schnellstmöglich die Last-Will-App, um den Erben Ihres
iCrap zu bestimmen. Diese ist zum Preis von 99,99 Euro in Ihrem
App-Store erhältlich.

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Hundert Jahre später

HelpDesk (6. Juli 2011)

Die Einheitspartei achtsamer politisch peinlich Akkurater (EIAPOPEIA)
wurde beim gestrigen Urnengang mit einem überwältigenden Ergebnis von
98,7% wiedergewählt. Bei 52.374 abgegebenen gültigen Stimmen lag die
Wahlbeteiligung bei 89% der wahlberechtigten politsch korrekten
Bürgerinnen und Bürger. Die Wahlberechtigtenquote lag bei 42.857.365
potenziell wahlberechtigter Bürger über 16 Jahren bei 0,14% und war
somit 0,01% höher als bei der letzten Wahl vor 25 Jahren.
Bundeskanzlerin Samsara Lama-Karma bedankte sich bei den Wählerinnen
und Wählern und sprach von einem historischen Sieg zum
hundertjährigen Bestehen ihrer Partei. Noch am Wahlabend kündigte sie
an, das "Gesetz zum Schutze von Menschen mit insaner
Genussmittelmanie vor sich selbst" nun schnellstmöglich verabschieden
zu wollen. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Bürger der
Besorgten Republik Deutschland nun auch außerhalb der Grenzen der EU
und auf hoher See weder Alkohol oder Kaffee trinken, Tabak rauchen
oder schnupfen, noch Schweinshaxe mit Sauerkraut essen dürfen.

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In 20 Tagen zum Schufa Top-Score

HelpDesk (7. Juni 2012)

1. Tag: Flame im Anti-Raucher-Forum, dass dein über 80 Jahre alter
millionenschwere Erbonkel aus den USA seit 60 Jahren jeden Tag eine
Schachtel qualmt, aber noch bei bester Gesundheit ist und du froh
bist, dass du auf das Erbe nicht angewiesen bist.
2. Tag: Behaupte im BMW-Fan-Forum, dass ein Mercedes das einzig wahre
Auto ist und lass dich dann überzeugen, dass ein Z3-Cabrio ein gutes
Geschenk zum Abi deines Sohnes wäre.
3. Tag: Beteilige dich am Banken-Bashing auf Telepolis dahingehend,
dass du 12% für den Kredit für deinen umgebauten Bauernhof bezahlt
hast, und sie jetzt, wo du den Kredit abbezahlt hast, für das
Tagesgeld lächerliche 2% anbieten.
4. Tag: Prahle im Börsenforum, wie leicht es war mit Facebook
Leerverkäufen Geld zu scheffeln.
5. Tag: Poste bei Facebook Bilder vom Besuch deines Onkels aus den
USA.
6. Tag: Twittere, dass dein Sohn mit Ach und Krach das Abi geschafft
hat, aber egal, er übernimmt sowieso die Firma.
7. Tag: Frage im Handels-Forum, ob Gold oder Diamanten die bessere
Anlage sind.
8. Tag: Poste bei Facebook Bilder von der Abi-Feier deines Sohnes mit
seinem neuen BMW Z3.
9. Tag: Twittere von einem Dachbodenfund eines Bildes mit einem Typ
darauf, der schreit.
10. Tag: Gebe im WISO-Forum damit an, dass du beim BMW-Händler 15%
auf den Listenpreis für Barzahlung rausgeschlagen hast.
11. Tag: Frage in einem US-amerikanischen Medizin-Forum nach der
besten Klinik bei einem Herzinfarkt.
12. Tag: Twittere vom Autounfall deines Sohnes, Gott sei Dank ist im
nichts passiert
13. Tag: Frage in einem Steuerberaterforum, wie sich Immobilienkäufe
steuerlich auswirken.
14. Tag: Bestätige im Heise-Forum den Fachkräftemangel, du müsstest
schon 100K pro Jahr hinblättern, um vernünftige Leute zu bekommen.
Gestehe aber zu, dass dies bei der Auftragslage kein Problem ist.
15. Tag: Frage in einem Kunst-Forum, woran man die Echtheit eines
Munch erkennen kann.
16. Tag: Diskutiere in einem Seglerforum die Vorzüge eines Turns um
die Kaimaninseln.
17. Tag: Lobe in einem Bewertungsforum deine Versicherung, die beim
Totalschaden eines neuen BMW ohne weiteres den Listenpreis überwiesen
hat.
18. Tag: Poste bei Facebook Bilder von Vaduz und beschreibe, wie
schön sauber es dort ist.
19. Tag: Frage in einem Rechtsanwaltsforum, wie ein Erbschein in den
USA zu beantragen ist.
20. Tag: Schau dir bei Google Street View Bilder von Sotheby's in
London an.

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Wir sind die Erben der Urheber!

HelpDesk (6. Juli 2012)

Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als Erben die öffentlichen
Angriffe gegen das Urheberrecht.

Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher
Freiheit gegen Lohnbhängigkeit, und es garantiert die materielle
Basis für individuelle Faulheit der Erben.

Der in diesem Zusammenhang behauptete Interessengegensatz zwischen
Erben und der Gesellschaft, entwirft ein abwegiges Bild unserer
Arbeitsmoral. Wo kämen wir denn hin, wenn wir selbst etwas leisten
müssten?

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft haben die Erben von Künstlern
nicht zu arbeiten. Anwaltskanzleien, Gerichte oder der Gesetzgeber
haben unsere Interessen bestmöglich zu vertreten und zu verteidigen.

Das Urheberrecht ermöglicht, dass wir Erben ohne Arbeit leben können
und schützt uns alle auch vor Arbeitgebern, deren Geschäftsmodell
darauf beruht, dass ihre Angestellten oder gar sie selbst etwas
leisten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die alltägliche Präsenz solcher Arbeitsverhältnisse im Leben der
meisten, kann keinesfalls Lohnknechtschaft für Erben von Urhebern
rechtfertigen und ist keine Entschuldigung dafür, auf die abwegige
Idee zu kommen, wir sollten selbst arbeiten.

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Die Geschäftsleitung gibt bekannt:

HelpDesk (7. Dezember 2012)

Im Zuge der Bemühungen das Umweltzertifikat “Extremst grünste IT” zu
erhalten, hat die Geschäftsleitung beschlossen, den
Kohlendioxidausstoß der Heizanlage um 100% zu sen-ken. Zu diesem
Zweck wird diese abgeschaltet.

Künftig wird zur Heizung des Gebäudes die heiße Luft in Besprechungen
eingesetzt.

Zu diesem Zweck treten ab sofort die folgenden Anweisungen für
Besprechungen in Kraft:

- Zu jeder Besprechung sind mindestens zehn Teilnehmer einzuladen.
- Eine Einladung zur Besprechung verpflichtet zur Teilnahme.
- Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, arbeitstäglich an mindestens
einer Besprechung teil-zunehmen.
- Die Mindestdauer einer Besprechung beträgt zwei und eine halbe
Stunde.
- Entscheidern ist die Teilnahme an Besprechungen grundsätzlich nicht
erlaubt.
- Die maximale Anzahl fachkundiger Teilnehmer darf vier nicht
überschreiten.
- Die restlichen Teilnehmer sind je zur Hälfte aus Unwissenden und
Bedenkenträgern zusammenzusetzen.
- Bestehen Vorbehalte gegenüber der Inkompetenz eines Unwissenden,
ist im Zweifel ein Mitarbeiter des zentralen Controllings zur
Besprechung einzuladen.
- Bestehen Vorbehalte gegenüber der Skepsis eines Bedenkenträgers,
ist im Zweifel ein Mitglied des Betriebsrats zur Besprechung
einzuladen.
- Beschlussfassungen sind strengstens verboten.
- Kaffee und Kekse sind in ausreichenden Mengen bereitzustellen.

Weitere Tipps:
- Reden Sie ausschließlich im Konjunktiv.
- Gehen Sie niemals auf ein Argument eines Fachkundigen ein.
- Wechseln Sie möglichst oft und möglichst unvermittelt das Thema.
- Äußern Sie Bedenken vehement und in beleidigtem Unterton.
- Gehen Sie niemals hungrig zu einer Besprechung

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